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A -
Ausgangslage
Die
aktuelle Personalpolitik in den KMU ist sehr stark durch kurzfristige
Betrachtungen – Bestandssicherung,
Sicherstellung der Produktion mit den zur
Verfügung stehenden Arbeitskräften, kurzfristiger Ersatz der
aus
dem
Unternehmen ausscheidenden Personen, kurzfristiges Reagieren auf sich
abzeichnende Qualifikations-
erfordernisse etc. - geprägt.
Eine mittel- bis
langfristige, auf die sich abzeichnenden Veränderungen und
Entwicklungstrends
ausgerichtete,
Organisations- und
Personalentwicklung (POE) wird in den Unternehmen aufgrund methodischer
und
kapazitiver
Defizite kaum durchgeführt.
Dies
führt dazu, dass die in Ansätzen realisierten
Qualifizierungsmaßnahmen zum Teil
auf ein kurzfristiges
„Reparieren von
Personalengpässen“ ausgerichtet werden. Der eigentlich
anzustrebende Effekt
einer optimalen
Nutzung der vorhandenen Personalressourcen sowohl aus Sicht der
Mitarbeiter als auch aus Sicht der
Unternehmen kann damit nicht in der
notwendigen Form sichergestellt werden.
Das
Ergebnis spüren die Unternehmen schon heute in fehlender
Anpassungsfähigkeit
und strukturellen
Organisationshemmnissen, die zur Schwächung der
Wettbewerbsposition führen können und sich
in den
nächsten Jahren durch die Auswirkungen des demografischen
Wandels verstärken.
Für die
Unternehmen
steht somit die Aufgabe, das Leistungsprofil, die Innovativität
und die
Produktivität mit
einer (altersmäßig) anders
zusammengesetzten Belegschaft
sicherzustellen.
Die bisher genutzten Instrumente und Methoden der POE werden
diesen Anforderungen nicht gerecht.
Auch wird der demographische Wandel von den
Unternehmen gegenwärtig eher als „Fachkräftemangel“,
speziell
bei jüngeren
technischen Fachkräften und Ingenieuren wahrgenommen und weniger
als das was
er
wirklich ist, nämlich ein Älterwerden des
Arbeitskräfteangebotes insgesamt.
Diese
sich abzeichnenden Veränderungen im Arbeitskräfteangebot
müssen die Unternehmen
dazu veranlassen,
ihre zukünftige POE aktiv zu gestalten. Um auf diesem Weg
mittel- und langfristig erfolgreich sein zu können,
benötigen
die Unternehmen
eine systematische Vorgehensweise, die ausgehend von dem aktuellen
Organisations-
und Personalkonzept zukünftige Entwicklungen definiert, Defizite
und Potenziale charakterisiert und bei der Ableitung
geeigneter
POE-Ansätze unterstützt.
Um Nachhaltigkeit und mittelfristigen Erfolg zu
gewährleisten muss
der Nutzen sowohl für die Mitarbeiter wie für
das Unternehmen im Sinne eines
Personalentwicklungscontrolling überwacht und gesteuert werden.
Nur wenn der Nutzen
für alle Beteiligten erkennbar
wird, kann sich ein systematisches Personal- und
Organisations-
entwicklungssystem
in KMU auf Dauer integrieren.
B -
Projektansatz / -ziel
Ziel
ist
die POE in den KMU methodisch auf einem anforderungsgerechten Niveau zu
verankern, deren Bedeutung
und positive unternehmerische Wirkung an konkreten Prozessen
nachzuweisen und im
Sinne von
Best Practice für
andere Unternehmen nutzbar zu machen.
Basis sind konkrete Handlungsnotwendigkeiten in
fünf Unternehmen aus der Region der Mecklenburgischen Seenplatte,
die auf sehr
unterschiedlichem Niveau bisher POE realisiert haben. Neben der
individuellen
Ausrichtung auf die
betrieblichen Erfordernisse wird ein überbetrieblicher
Ansatz im Sinne von Erfahrungs- und Wissenstransfer über die
gesamte
Projektlaufzeit organisiert, der für alle interessierten
Unternehmen
offen gestaltet wird.
Es wird davon ausgegangen, dass positive Erfahrungen der POE in KMU
Anregungen und Impulse für andere
Unternehmen geben
können.
Die
Ermittlung des vorhandenen Entwicklungspotenzials erfordert u.a. die
Durchführung einer Altersstruktur- und
Potanzialanalyse der Belegschaft, d.h.
das vorhandene Personal im Unternehmen wird anhand der vorhandenen
Daten
hinsichtlich Alter, Qualifikation, Betriebszugehörigkeit,
Einsatzbereich etc.
erfasst und aufgrund der in den
letzten Jahren stattgefundenen Personalentwicklungen fortgeschrieben.
Das im Unternehmen vorhandene
Wissens-
potenzial ist zu erfassen, zu dokumentieren und mit den notwendigen
aktuellen und zukünftigen Qualifikationen
(Arbeitsplatz-,
Stellenbeschreibungen, Entwicklungskonzeption) zu vergleichen, um den
relevanten Qualifikationsbedarf
zu ermitteln.
Im
Ergebnis der POE-Analysen werden aus Entwicklungsgesprächen mit
allen
Beteiligten POE-Konzepte und darauf
ausgerichtete individuelle Bildungspläne
entwickelt und umgesetzt. In diesem Zusammenhang werden Aspekte der
Arbeitszeitflexibilisierung zur Stärkung der
Weiterbildungsbereitschaft zu
integrieren sein. Basis sind Untersuchungen
des Instituts der deutschen
Wirtschaft Köln, nach der „mehr als die
Hälfte der Unternehmen in Deutschland (57 %) davon
überzeugt
sind, dass Jahresarbeitszeitkonten dazu beitragen mehr Weiterbildung zu
fördern.“
(IW-trends 2/2003).
In Abhängigkeit von betrieblichen Erfordernissen werden
Möglichkeiten untersucht, flexible
Arbeitszeitsysteme in
Unternehmen zur
Förderung der Personalentwicklung zu entwickeln und
einzuführen.
Die
Ableitung firmenspezifischer Lösungen aus den durchgeführten
Bildungsbedarfsanalysen muss stets unter
Berücksichtigung der qualitativen
Sicherung der durchgeführten Maßnahmen stehen. Als Mittel,
dieses Ziel zu
erreichen,
wird angestrebt, in den Unternehmen ein aussagekräftiges
Bildungscontrolling zu implementieren. In einer Untersuchung
des
Bundesinstituts für Berufsbildung wird festgestellt, dass „85 %
der Betriebe in
Deutschland ..(davon ausgehen)..,
dass in Zukunft das
Bildungscontrolling als Verfahren für eine effektive und
effiziente Gestaltung der
Bildungsarbeit
und
die Bewertung ihres Nutzens einen hohen Stellenwert haben wird.“
(Bundesinstitut für Berufsbildung, 2003).
C -
Leistungskomplexe
- Ermittlung
des vorhandenen Personalentwicklungspotenzials (qualitativ, quantitativ)
- Ermittlung
des zukünftigen Personalentwicklungspotenzials (qualitativ,
quantitativ)
- Realisierung
von entwicklungsgesprächen (Soll/Ist-Vergleich)
- Clusterorientierte
Umsetzung der Coaching und Bildungsaktivitäten zur
Kompetenzentwicklung
auf Basis der Ergebnisse von Komplex 3
- Unternehmensbezogene
Umsetzung der Coaching und Bildungsaktivitäten auf Basis der
Ergebnisse von Komplex 3
- Implementierung
einer begleitenden Erfolgskontrolle der POE-Prozesse
- Organisation
von prozessbegleitendem Netzwerkmanagement und Erfahrungsaustausch
- Zusammenführung von
Arbeitskräfteangebot / -nachfrage
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